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Das Bildungsverständnis

Die Frage nach dem Wesen und dem Ziel von Bildung hängt immer auch mit grundlegenden Wertentscheidungen und mit dem Bild vom Menschen und von der Welt zusammen. Ein christliches Menschen- Welt- und Gottesbild hat deshalb Konsequenzen für das Verständnis von Bildung:

  • Erstes und letztes Anliegen eines christlichen Bildungsverständnisses ist der Mensch als Person, jede und jeder für sich einmalig, einzigartig, beziehungsfähig, mit unantastbarer Würde, die er auch im Versagen und Scheitern nicht verliert, eine Würde die letztlich darin gründet, dass er Ebenbild Gottes und von ihm geliebtes Kind ist. Eine solche Sicht widerspricht energisch allen mitunter auch im Bildungsbereich wahrnehmbaren Tendenzen einer Funktionalisierung und
    Instrumentalisierung des Menschen für andere Zwecke.
  • Charakteristisch für dieses Verständnis der Bildung ist weiters die Ganzheitlichkeit und die Frage nach dem Ganzen: Alle Fähigkeiten und Talente des Menschen, - kognitive, emotionale, soziale, musische, körperliche, kreative -  sollen zur Entfaltung gebracht werden und nicht zuletzt auch die Fähigkeit und das Bedürfnis nach dem Grund, dem Sinn und Ziel des Ganzen zu fragen. Das schließt die Offenheit für Transzendenz und die Gottesfrage ein.
  • Ein solches Menschenbild beinhaltet auch in deutlichem Kontrast zu einem einseitig auf Konkurrenz ausgerichteten Verständnis eine besondere Option für die "Armen", die Schwächeren, Benachteiligten, Behinderten, Vernachlässigten, deren Förderung und Unterstützung ein besonderes Anliegen sein muss.