In 2 Sprachen lernen - CLIL

Was ist CLIL?

CLIL (Content and Language Integrated Learning) ist ein Begriff, der in Europa im Kontext des Fremdsprachenlernens  bereits einen wichtigen Stellenwert eingenommen hat. Auch im Grundschulbereich wird dieser Terminus immer bekannter und viele Länder arbeiten bereits daran CLIL im jeweiligen Bildungssystem als fixen Bestandteil des Fremdsprachenlernens zu etablieren. 

CLIL versteht sich als dualer Ansatz, der das Lernen von Sachinhalten aus verschiedenen Fachgebieten durch eine Fremdsprache ermöglicht.

Die Fremdsprache ist nicht Gegenstand des Unterrichts, sondern sie wird als Medium eingesetzt um neue Inhalte/Konzepte zu erarbeiten, schon Gelerntes zu wiederholen, zu erweitern und zu vertiefen.

Durch das gleichzeitige Lernen von Inhalten durch eine  Fremdsprache weist der CLIL Ansatz somit einen Doppelwert auf.

Im Sekundarbereich, vor allem in der Oberstufe, gibt es bereits Modelle wie z.B. „Englisch als Arbeitssprache“. Neu ist dieser Ansatz im Grundschulbereich. Lehrer/innen, mit einer ausgezeichneten Fremdsprachenkompetenz, meist Englisch, und einem fundierten methodischen Hintergrundwissen zur Umsetzung dieses Modells ab der ersten Schulstufe der Volksschule, sind die neuen Akteure/innen. Der/die Lehrer/in plant genau welche Teile des Unterrichts sich sehr gut eignen um durch die Fremdsprache, meist Englisch, an die Schüler/innen herangebracht zu werden. Dies sind vor allem Inhalte, die sehr anschaulich mit Bildern, Realien oder Experimenten erarbeitet werden können. Das Arbeiten mit allen Sinnen (multisensorisch) spielt in diesem Ansatz eine ganz besonders große Rolle. Der/die Lehrer/in unterstützt die Schüler/innen aber auch mit ausgeprägter Mimik und Gestik während sie mit den Kindern in der Fremdsprache kommuniziert. Redemittel, die für die Schüler/innen immer gut sichtbar z.B. in einer „English Corner“, vorhanden sind, unterstützen die Kinder beim Sprechen. Anders als im Fremdsprachenunterricht können die Schüler/innen ihre Ideen und Meinungen in der Erstsprache bzw. Mehrheitssprache einbringen, die Lehrperson kommuniziert aber in der Fremdsprache. Sie nimmt die Kommentare der Schüler/innen auf und wiederholt diese in der Fremdsprache.

Die Schüler/innen lernen Alltagssprache und Fachsprache, sie lernen z.B. wie man einen elektrischen Kreislauf baut und wie dieser funktioniert (Fachsprache), gleichzeitig kommuniziert der/die Lehrer/in mit den Schülern/innen, erklärt, weist auf etwas hin, sorgt für Ruhe, gibt Anweisungen, etc. (Alltagssprache). Die Schüler/innen werden auch in ihren kognitiven Fähigkeiten gefordert und gefördert, wenn man in der Fremdsprache über komplexere Sachverhalte spricht, wie z.B. über den elektrischen Strom. 

 

Verfasst von: Dr. Evelin Fuchs, KPH Graz