Home

NEWS

26.04.2017

Volksschule als Basis für beste Bildung

KPH Graz Prof. David Wohlhart referierte bei Landtagsenquete in Vorarlberg


„Beste Bildung von Anfang an – die gelingende Volksschule als Fundament eines erfolgreichen Bildungsweges“ lautete das zukunftsweisende Thema der diesjährigen parlamentarischen Enquete des Vorarlberger Landtags, die am Freitag, 21. April 2017, im Montfortsaal des Landhauses stattfand.

David Wohlhart, Autor, Sonder- und Hochschullehrer, beleuchtete die „Handlungsebenen und -optionen für die Weiterentwicklung der österreichischen Volksschule“.

Er präsentierte die Volksschule als erste Schule, die verantwortlich ist für die Bilder von Bildung, die in den Köpfen der Kinder entsteht, als gemeinsame Schule, die Kinder und Eltern bewusst mit der Diversität der österreichischen Gesellschaft vertraut macht und als grundlegende Schule, welche die Fundamente für jeden gelingenden Bildungsgang legt. Um diese Basis zu sichern, hält er die Einführung von Minimalstandards für wichtig. Ein Ausbau der individuellen Förderung sowohl im Bereich der Grundkompetenzen und der Spitzenleistung ist seiner Ansicht nach erforderlich. Zudem spricht er sich klar für eine verschränkte ganztägige Form der Volksschule aus, die Kindern im Übergang von der Spieltätigkeit zur Lerntätigkeit sehr entgegenkommt und eine qualitativere Nutzung der verfügbaren Lernzeit ermöglicht.

© Mathias Bertsch

Gemeinsam mit ihm analysierten zwei weitere renommierte ReferentInnen das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln: Margret Rasfeld, ehem. Schulleiterin, Autorin und „Schule im Aufbruch“-Gründerin, sie referierte über die „Volksschule als Fundament – Was heute zu lernen für morgen wichtig ist“. Michael Miedaner, Pädagoge und Erwachsenenbildner, erklärte aus bindungstheoretischer Sicht „Was Kinder wirklich brauchen - Bindung zu den Lehrkräften“.

Gemäß dem Motto „Individuelle Bildungswege ermöglichen“ unterstrich Landtagspräsident Harald Sonderegger in seinem Eröffnungsimpuls die essenzielle Bedeutung dieses Bildungsgrundsteins für ein erfolgreiches Leben als Individuum, aber auch für eine funktionierende, zukunftsfähige Gesellschaft. „Schule ist kein in Stein gemeißeltes System. Sie befindet sich im Wandel. Sie soll sowohl den Anforderungen unserer Zeit als auch den Bedürfnissen unserer Kinder Rechnung tragen und individuelle Bildungswege ermöglichen.

© Elisa Kleißner, KPH Graz

Diskussion
An der anschließenden Diskussion im Montfortsaal nahmen neben zahlreichen politischen VertreterInnen auch APS Landeschulinspektorin Karin Engstler teil. Sie brachte sich ebenso in die Debatte ein wie zahlreiche SchulleiterInnen und PädagogInnen aller Schultypen bis hin zur Pädagogischen Hochschule. Die Erkenntnisse der Gespräche sollen in die weitere Landtagsarbeit einfließen, kontinuierliche Reflexion anregen und sich in neuen Konzepten wiederfinden. Wichtige und dringende Fragen sind zu klären: Welches Wissen benötigen die Kinder für die Zukunft und wie vermitteln wir es ihnen am besten?

Zum Hintergrund der parlamentarischen Enquete

Diese bieten den Abgeordneten die Möglichkeit, sich abseits von Ausschuss- und Landtagssitzungen vertiefend über Themen im Wirkungsbereich des Landesparlaments zu informieren und mit ExpertInnen zu beraten. Welches Thema Gegenstand der jährlich vom Landtag veranstalteten Enquete sein soll, entscheiden die Fraktionen des Landtags abwechselnd. Die Volksschule wurde auf Vorschlag der Landtagsfraktion der NEOS in den Mittelpunkt der dritten Enquete in dieser Periode gerückt.

Die parlamentarische Enquete kann online im Videoarchiv des Vorarlberger Landtags auf www.vorarlberg.at/landtag nachgesehen werden.

 

Redakteur in Vorarlberg: Gerhard Wirth

Medienreferent Landtagsdirektion: Mathias Bertsch

Beitrag für die KPH Graz: Elisa Kleißner