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25.11.2015 Kategorie: Symposien

Nachlese Symposium Schultütenkinder reloaded: „Einsprachigkeit ist die große Ausnahme“

Das Symposium „Schultütenkinder reloaded – entwicklungspsychologische und didaktische Aspekte“ fokussierte den Übergang zwischen Kindergarten und Volksschule. Sprachkompetenzen zu fördern, muss groß geschrieben werden.


Interessiert verfolgten zahlreiche BesucherInnen im voll besetzten Festsaal im Augustinum die Impulsreferate und musikalischen Beiträge.

Ehrengäste v.l.n.r.:
Dr. Wolfgang Dolesch, Abgeordneter im Steirischen Landtag
Mag.a Gerhild Trummer, bmbf
Dr. Christian Brunnthaler, Institutsleiter KPH Graz
Dr. Hubert Schaupp, Institutsleiter KPH Graz und Moderator der Veranstaltung
Ilse Schmid, Präsidentin des Landesverbandes der Elternvereine in der Steiermark
Dr.in Andrea Seel, Vizerektorin KPH Graz
Univ.-Prof. Dr. Rudolf de Cillia, Keynote Speaker, Universität Wien
HR Dr. Siegfried Barones, Rektor KPH Graz

„Einsprachigkeit ist die große Ausnahme“, betonte Univ.-Prof. Dr. Rudolf de Cillia, Sprachwissenschafter an der Universität Wien, und präzisierte, dass Kinder bereits früh „innersprachliche, lebensweltliche und mitunter fremdsprachliche Mehrsprachigkeit“ beherrschen.

Univ.-Prof. Dr. Rudolf de Cillia, Universität Wien

Sowohl im Kindergarten als auch in der Grundschule müsse daher ein Hauptaugenmerk auf die Erziehung zu Mehrsprachigkeit gelegt werden. „Sprachliche Varietätenkompetenz“ definierte er als wichtige Bildungsaufgabe. Zentral für den Spracherwerb seien die Qualität des Inputs, die Interaktion zwischen Familie und Betreuungspersonen sowie der sozialökonomische Status der Herkunftsfamilie.

Dr.in Elfriede Amtmann und Dr.in Luise Hollerer von der KPH Graz fragten wiederum, welche Bedingungen es brauche, damit Bildungsmöglichkeiten für alle greifen: „Wir brauchen PädagogInnen, die wissen, welche Entwicklungsschritte folgen und die bereit sind, entwicklungspädagogische Impulse zu setzen.“ Der individuelle Prozess einer aktiven Weltaneignung funktioniere nur eingeschränkt vom Katheder aus: „Eine positive Lerneinstellung und ein professioneller Umgang mit Fehlertoleranz ist notwendig.

Die KPH Graz Professorinnen Dr.in Elfriede Amtmann, Dr.in Luise Hollerer und Mag. Daniela Schwarzl BEd, präsentieren die Publikation.

Neben ihrem Buch: „Schultütenkinder reloaded“ (Leykam-Verlag, 2015) stellten Elfriede Amtmann und Luise Hollerer auch das von ihnen entwickelte pädagogische Instrumentarium des „Interessensprofils“ vor – eine Art Entwicklungsportfolio für einen strukturierten Austausch zwischen PädagogInnen und Eltern über Entwicklungsschritte und Lernziele der Kinder, von der Feinmotorik bis hin zur Sprache.

Eine Vielzahl an AutorInnen hat zum Gelingen des Werks beigetragen. Dessen Schwerpunkte wurden in insgesamt fünf Foren vorgestellt.

Auch der aktuelle Bezug des Symposiums in Hinblick auf gesellschaftliche Herausforderungen und Reformen des österreichischen Bildungssystems wurde hervorgestrichen:

Es wird eine entscheidende Rolle spielen, einen Weg zu finden, welcher der Entwicklungssituation der Kinder gerecht wird, damit es nicht zu einer dauerhaften Testsituation für die Kinder kommt. Denn – wie ein amerikanisches Sprichwort sagt: Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“, betonte Rektor HR Dr. Siegfried Barones.

 

HR Dr. Siegfried Barones, Rektor KPH Graz

HR Dr. Josef Zollneritsch, oberster Schulpsychologie des Landes, hielt fest: „Wir stehen gerade am Anfang einer Entwicklung, die wir nicht überblicken und einordnen können. Klar ist: Mehrsprachigkeit, Interkulturalität und Diversität im frühkindlichen Bildungsbereich sind wesentlich.“

 

HR Dr. Josef Zollneritsch, Abteilungsleiter Schulpsychologie-Bildungsberatung, Landesschulrat Steiermark

Impressionen

Fotos: MMag.a Elisa Kleißner/KPH Graz